Headless CMS und JAMstack Webarchitektur
Software-Entwicklung

Headless CMS & JAMstack: Moderne Webarchitektur für Unternehmen (2026)

Felipe Gil Gutierrez15 Min. Lesezeit

Die digitale Landschaft hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Während traditionelle Content-Management-Systeme wie WordPress jahrelang den Markt dominierten, setzt sich bei modernen Unternehmen zunehmend eine neue Architektur durch: Die Kombination aus Headless CMS und JAMstack. In diesem umfassenden Leitfaden für 2026 beleuchten wir, warum diese Technologien die Zukunft der Webentwicklung darstellen und wann sich der Wechsel für Ihr Unternehmen lohnt.

Was ist ein Headless CMS?

Ein Headless CMS ist ein Content-Management-System, das ausschließlich als Backend für die Inhaltsverwaltung dient. Im Gegensatz zu traditionellen CMS wie WordPress, die Frontend (Darstellung) und Backend (Verwaltung) eng miteinander verbinden, trennt ein Headless CMS diese Schichten vollständig.

Der Begriff "headless" (kopflos) bezieht sich darauf, dass das System keinen eigenen "Kopf" – also keine fest vorgegebene Darstellungsschicht – besitzt. Stattdessen stellt es Inhalte über eine API (meist REST oder GraphQL) bereit, die von beliebigen Frontend-Anwendungen abgerufen werden können.

Die Vorteile der Headless-Architektur

  • Omnichannel-Fähigkeit: Inhalte können gleichzeitig auf Websites, Mobile Apps, IoT-Geräten, Digital Signage und anderen Plattformen ausgespielt werden
  • Technologiefreiheit: Das Frontend kann mit beliebigen Frameworks (React, Vue, Angular, Svelte) entwickelt werden
  • Bessere Performance: Frontend und Backend sind entkoppelt, was optimierte Ladezeiten ermöglicht
  • Skalierbarkeit: Frontend und Backend können unabhängig voneinander skaliert werden
  • Zukunftssicherheit: Technologiewechsel im Frontend sind ohne CMS-Migration möglich
  • Entwicklerfreundlich: Moderne APIs und Entwicklertools beschleunigen die Entwicklung

Was ist JAMstack?

JAMstack steht für JavaScript, APIs und Markup. Es handelt sich dabei um eine moderne Webarchitektur, die auf statisch generierten Websites basiert, die durch JavaScript angereichert und über APIs mit dynamischen Inhalten versorgt werden.

Die drei Säulen von JAMstack

1. JavaScript: Die gesamte dynamische Funktionalität wird durch JavaScript im Browser gehandhabt. Frameworks wie React, Vue oder Svelte übernehmen die interaktiven Elemente.

2. APIs: Alle server-seitigen Prozesse und Datenbankaktionen werden über wiederverwendbare APIs abstrahiert. Diese können von Drittanbietern (Headless CMS, Zahlungsanbieter, Authentication Services) oder selbst entwickelt sein.

3. Markup: Die Website wird zur Build-Zeit als statisches HTML vorgerendert. Dies geschieht durch Static Site Generators (SSG) wie Next.js, Gatsby oder Astro.

Warum JAMstack?

Die JAMstack-Architektur bietet fundamentale Vorteile gegenüber traditionellen Serverlösungen:

  • Extreme Performance: Statische Dateien können global über CDNs ausgeliefert werden – näher am Nutzer geht es nicht
  • Höchste Sicherheit: Keine Datenbank oder Server-Software, die angreifbar wäre. Deutlich reduzierte Angriffsfläche
  • Geringe Hosting-Kosten: Statische Websites können auf kostengünstigen CDNs gehostet werden (oft sogar kostenlos)
  • Bessere Entwicklererfahrung: Moderne Tools, lokale Entwicklung, Git-basierte Workflows
  • Skalierbarkeit: CDN-Hosting skaliert automatisch mit dem Traffic – ohne Serverkapazität zu planen

Traditionelles CMS vs. Headless CMS: Der direkte Vergleich

AspektTraditionelles CMS (z.B. WordPress)Headless CMS + JAMstack
ArchitekturMonolithisch, Frontend + Backend gekoppeltEntkoppelt, API-basiert
PerformanceDatenbankabfragen bei jedem Request, Caching erforderlichStatische Dateien via CDN, milliseconds Ladezeit
SicherheitGroße Angriffsfläche, regelmäßige Updates nötigMinimale Angriffsfläche, keine Datenbank exponiert
SkalierungServer-Ressourcen müssen erhöht werdenAutomatische Skalierung über CDN
Multi-ChannelPrimär für Web konzipiertNative Unterstützung für Web, Mobile, IoT
EntwicklungTemplate-basiert, PHP-Kenntnisse erforderlichModerne JavaScript-Frameworks, komponentenbasiert
Hosting-KostenMittelmäßig bis hoch (Server, Datenbank)Niedrig (statisches Hosting)
FlexibilitätEingeschränkt durch Template-SystemVollständige Gestaltungsfreiheit
EinstiegshürdeNiedrig, benutzerfreundlichHöher, technisches Verständnis erforderlich
Plugin-ÖkosystemRiesig, aber Qualität variiert starkWachsend, fokussiert auf moderne APIs

Die führenden Headless CMS im Vergleich (2026)

Der Markt für Headless CMS ist in den letzten Jahren exponentiell gewachsen. Wir vergleichen die vier führenden Lösungen für deutsche Unternehmen.

1. Strapi – Open Source Champion

Strapi ist das populärste Open-Source Headless CMS und überzeugt durch Flexibilität und Entwicklerfreundlichkeit.

Vorteile:

  • Vollständig Open Source und selbst hostbar
  • Komplett anpassbare Content-Typen und API-Struktur
  • REST und GraphQL APIs out of the box
  • Granulare Benutzer- und Rollenverwaltung
  • Plugins für Internationalisierung, Media Library, E-Mail etc.
  • Große und aktive Community

Nachteile:

  • Self-Hosting erfordert technisches Know-how
  • UI nicht so poliert wie kommerzielle Lösungen
  • Enterprise-Features nur in kostenpflichtiger Version

Preisgestaltung:

  • Community Edition: Kostenlos (selbst gehostet)
  • Cloud Starter: Ab 99 €/Monat
  • Cloud Pro: Ab 499 €/Monat
  • Enterprise: Custom Pricing ab 2.500 €/Monat

DSGVO-Konformität: Vollständig, da selbst hostbar in Deutschland. Bei Cloud-Version: Server in EU verfügbar.

2. Storyblok – Visual Editor Profi

Storyblok ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Linz (Österreich) und überzeugt durch seinen visuellen Editor.

Vorteile:

  • Intuitiver Visual Editor mit Live-Vorschau
  • Komponenten-basiertes Content-Management
  • Mehrsprachigkeit und Lokalisierung integriert
  • Asset-Management mit Bildoptimierung
  • Workflow und Publishing-Optionen
  • Deutsche Dokumentation und Support

Nachteile:

  • Höhere Kosten als andere Lösungen
  • Vendor Lock-in durch proprietäres System
  • Weniger flexibel bei komplexen Datenstrukturen

Preisgestaltung:

  • Free: 0 € (1 Nutzer, 25.000 API Requests/Monat)
  • Starter: 89 €/Monat
  • Business: 299 €/Monat
  • Enterprise: Custom Pricing ab 1.500 €/Monat

DSGVO-Konformität: Vollständig DSGVO-konform, Server in Deutschland/EU, AVV verfügbar.

3. Contentful – Enterprise Leader

Contentful ist der Marktführer im Enterprise-Segment und überzeugt durch Robustheit und Skalierbarkeit.

Vorteile:

  • Extrem skalierbar (Millionen API Requests)
  • Umfangreiches Content-Modeling
  • Workflow-Management und Content-Scheduling
  • Granulare Zugriffsrechte und Environments
  • Exzellente GraphQL und REST APIs
  • Umfangreiche Integrationen und Apps

Nachteile:

  • Sehr hohe Kosten im Enterprise-Bereich
  • Steile Lernkurve für Content-Modellierung
  • UI kann für nicht-technische Nutzer komplex sein

Preisgestaltung:

  • Free: 0 € (sehr limitiert)
  • Team: 300 €/Monat
  • Enterprise: Custom Pricing ab 4.000 €/Monat

DSGVO-Konformität: DSGVO-konform, EU-Server verfügbar, AVV vorhanden. US-Unternehmen (Privacy Shield Nachfolger beachten).

4. Sanity – Developer First CMS

Sanity ist ein hochmodernes Headless CMS mit Fokus auf Entwickler-Erfahrung und Echtzeit-Kollaboration.

Vorteile:

  • Portable Text: strukturierter Rich Text
  • Echtzeit-Kollaboration für Teams
  • GROQ: mächtige Query-Sprache
  • Vollständig anpassbares Studio (React-basiert)
  • Content Lake Architektur für historische Daten
  • Behandelt Bilder wie First-Class Citizens

Nachteile:

  • Steile Lernkurve (GROQ, Portable Text)
  • Preise können bei hohem Traffic explodieren
  • Weniger Plugins als Konkurrenz

Preisgestaltung:

  • Free: 0 € (3 Nutzer, 100.000 API Requests/Monat)
  • Growth: 99 $/Monat (flexibel)
  • Enterprise: Custom Pricing ab 999 $/Monat

DSGVO-Konformität: DSGVO-konform, EU-Datenhaltung möglich, AVV verfügbar.

Unsere Empfehlung für deutsche Unternehmen

Für mittelständische Unternehmen empfehlen wir Strapi (selbst gehostet oder Cloud) wegen der Kontrolle und Kosteneffizienz. Für Unternehmen mit hohen Compliance-Anforderungen ist Storyblok als europäisches Unternehmen eine sichere Wahl. Enterprise-Kunden mit komplexen Anforderungen profitieren von Contentful. Entwicklerteams mit hohen technischen Ansprüchen lieben Sanity.

Performance-Benchmarks: WordPress vs. JAMstack

Wir haben reale Performance-Tests mit identischen Inhalten durchgeführt. Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache:

Testszenario: Unternehmenswebsite mit Blog (50 Seiten, 200 Blogposts)

MetrikWordPress (optimiert)JAMstack + StrapiVerbesserung
First Contentful Paint1.8s0.4s77% schneller
Time to Interactive3.9s1.2s69% schneller
Largest Contentful Paint2.4s0.8s67% schneller
Total Page Size2.8 MB380 KB86% kleiner
Requests871879% weniger
Lighthouse Score72/10098/100+26 Punkte
CO₂ pro Seitenaufruf1.65g0.21g87% weniger

Auswirkungen auf das Business:

  • Jede Sekunde langsamere Ladezeit = 7% weniger Conversions (Google-Studie)
  • 53% der mobilen Nutzer verlassen Seiten, die länger als 3 Sekunden laden
  • Bessere Performance = bessere SEO-Rankings (Core Web Vitals sind Ranking-Faktor)
  • Niedrigere Bounce Rate und höhere Engagement-Raten

Praxis: Headless CMS mit React einbinden

Schauen wir uns konkrete Code-Beispiele an, wie Sie Inhalte aus einem Headless CMS in Ihre React-Anwendung einbinden.

Beispiel 1: Daten von Strapi API abrufen

Strapi bietet eine REST API, über die Sie Ihre Content-Typen abrufen können:

// api/strapi.ts
const STRAPI_URL = process.env.STRAPI_API_URL || 'https://strapi.example.com';
const API_TOKEN = process.env.STRAPI_API_TOKEN;

export async function fetchBlogPosts() {
  const response = await fetch(
    `${STRAPI_URL}/api/blog-posts?populate=*&sort=publishedAt:desc`,
    {
      headers: {
        'Authorization': `Bearer ${API_TOKEN}`,
      },
    }
  );

  if (!response.ok) {
    throw new Error('Failed to fetch blog posts');
  }

  const data = await response.json();
  return data.data;
}

export async function fetchBlogPost(slug: string) {
  const response = await fetch(
    `${STRAPI_URL}/api/blog-posts?filters[slug][$eq]=${slug}&populate=*`,
    {
      headers: {
        'Authorization': `Bearer ${API_TOKEN}`,
      },
    }
  );

  if (!response.ok) {
    throw new Error('Failed to fetch blog post');
  }

  const data = await response.json();
  return data.data[0];
}

Beispiel 2: Blog-Übersicht mit Next.js und Strapi

// app/blog/page.tsx
import { fetchBlogPosts } from '@/lib/strapi';
import Link from 'next/link';
import Image from 'next/image';

export default async function BlogPage() {
  const posts = await fetchBlogPosts();

  return (
    <div className="max-w-6xl mx-auto px-6 py-16">
      <h1 className="text-4xl font-bold mb-12">Blog</h1>

      <div className="grid md:grid-cols-2 lg:grid-cols-3 gap-8">
        {posts.map((post: any) => (
          <article
            key={post.id}
            className="border rounded-lg overflow-hidden hover:shadow-lg transition"
          >
            {post.attributes.coverImage?.data && (
              <Image
                src={`${STRAPI_URL}${post.attributes.coverImage.data.attributes.url}`}
                alt={post.attributes.title}
                width={600}
                height={400}
                className="w-full h-48 object-cover"
              />
            )}

            <div className="p-6">
              <h2 className="text-2xl font-bold mb-2">
                {post.attributes.title}
              </h2>

              <p className="text-gray-600 mb-4">
                {post.attributes.excerpt}
              </p>

              <div className="flex items-center justify-between">
                <time className="text-sm text-gray-500">
                  {new Date(post.attributes.publishedAt).toLocaleDateString('de-DE')}
                </time>

                <Link
                  href={`/blog/${post.attributes.slug}`}
                  className="text-blue-600 hover:underline"
                >
                  Weiterlesen →
                </Link>
              </div>
            </div>
          </article>
        ))}
      </div>
    </div>
  );
}

Beispiel 3: Einzelner Blog-Post mit Static Site Generation

// app/blog/[slug]/page.tsx
import { fetchBlogPost, fetchBlogPosts } from '@/lib/strapi';
import { notFound } from 'next/navigation';
import ReactMarkdown from 'react-markdown';

// Generiert statische Pfade für alle Blog-Posts zur Build-Zeit
export async function generateStaticParams() {
  const posts = await fetchBlogPosts();

  return posts.map((post: any) => ({
    slug: post.attributes.slug,
  }));
}

export default async function BlogPostPage({
  params
}: {
  params: { slug: string }
}) {
  const post = await fetchBlogPost(params.slug);

  if (!post) {
    notFound();
  }

  return (
    <article className="max-w-3xl mx-auto px-6 py-16">
      <header className="mb-12">
        <h1 className="text-5xl font-bold mb-4">
          {post.attributes.title}
        </h1>

        <div className="flex items-center gap-4 text-gray-600">
          <time>{new Date(post.attributes.publishedAt).toLocaleDateString('de-DE')}</time>
          <span>•</span>
          <span>{post.attributes.author.data.attributes.name}</span>
        </div>
      </header>

      <div className="prose prose-lg max-w-none">
        <ReactMarkdown>
          {post.attributes.content}
        </ReactMarkdown>
      </div>
    </article>
  );
}

Beispiel 4: Inkrementelle Static Regeneration (ISR)

Mit Next.js können Sie Seiten bei Bedarf neu generieren lassen, ohne die gesamte Website neu zu builden:

// app/blog/[slug]/page.tsx
export const revalidate = 3600; // Revalidate nach 1 Stunde

export default async function BlogPostPage({ params }: { params: { slug: string } }) {
  const post = await fetchBlogPost(params.slug);

  // ... Rest der Komponente
}

Mit diesem Setup werden Änderungen am Content automatisch innerhalb einer Stunde auf der Live-Website sichtbar, ohne manuellen Rebuild.

Migration von WordPress zu Headless CMS: Ein Leitfaden

Die Migration einer bestehenden WordPress-Website zu einer Headless-Architektur erfordert sorgfältige Planung. Hier ist unsere bewährte Roadmap:

Phase 1: Analyse und Planung (2-4 Wochen)

Aufgaben:

  • Inventarisierung aller Content-Typen (Posts, Pages, Custom Post Types)
  • Dokumentation der Content-Beziehungen und Taxonomien
  • Analyse der verwendeten Plugins und deren Funktionalität
  • Erfassung aller integrierten Drittanbieter-Services
  • Bewertung von Media Library Größe und Struktur
  • Definition von Business-Anforderungen und KPIs
  • Auswahl des Headless CMS (siehe Vergleich oben)
  • Auswahl des Frontend-Frameworks (Next.js, Remix, Astro etc.)

Deliverables:

  • Content-Audit Dokument
  • Technische Architektur-Spezifikation
  • Migrations-Zeitplan mit Meilensteinen
  • Budget- und Ressourcenplanung

Phase 2: CMS Setup und Content-Modellierung (3-4 Wochen)

Aufgaben:

  • Headless CMS Installation/Einrichtung
  • Content-Typen und Felder im neuen CMS definieren
  • Beziehungen zwischen Content-Typen konfigurieren
  • Media Library und Asset-Management einrichten
  • Benutzerrollen und Zugriffsrechte konfigurieren
  • Workflows und Publishing-Prozesse definieren
  • API-Endpunkte testen und dokumentieren

Best Practice: Starten Sie mit einem reduzierten Content-Modell und erweitern Sie iterativ.

Phase 3: Content-Migration (2-6 Wochen, je nach Umfang)

Aufgaben:

  • Export der WordPress-Inhalte über REST API oder WP-CLI
  • Entwicklung von Migrations-Skripten für automatisierten Transfer
  • Migration von Texten, Bildern und Metadaten
  • Konvertierung von Shortcodes zu strukturierten Daten
  • SEO-Metadaten migrieren (Titles, Descriptions, Schema.org)
  • Redirects für geänderte URL-Strukturen planen
  • Qualitätssicherung: Stichproben-Tests der migrierten Inhalte

Tool-Empfehlung: Für Strapi gibt es das Plugin strapi-plugin-import-export-entries, das CSV/JSON-Importe ermöglicht.

Phase 4: Frontend-Entwicklung (6-10 Wochen)

Aufgaben:

  • Setup des gewählten Frontend-Frameworks
  • Implementierung des Design-Systems und UI-Komponenten
  • Anbindung der Headless CMS API
  • Implementierung von Seiten-Templates
  • Navigation und Menüs dynamisch einbinden
  • Suchfunktionalität implementieren (z.B. Algolia)
  • Formulare und Interaktionen entwickeln
  • SEO-Optimierung (Meta-Tags, Structured Data, Sitemaps)
  • Performance-Optimierung (Code Splitting, Lazy Loading, Image Optimization)
  • Accessibility-Tests und WCAG-Konformität

Phase 5: Integration und Testing (3-4 Wochen)

Aufgaben:

  • Integration von Analytics (Google Analytics, Matomo etc.)
  • Integration von Marketing-Tools (Newsletter, CRM)
  • E-Commerce-Integration falls erforderlich
  • Implementierung von CI/CD Pipelines
  • Automatisierte Tests (Unit, Integration, E2E)
  • Cross-Browser Testing
  • Mobile Responsiveness Testing
  • Performance Testing und Lighthouse Audits
  • Security Audits

Phase 6: Launch und Übergang (2-3 Wochen)

Aufgaben:

  • Finale Content-Synchronisation von WordPress
  • DNS-Umstellung planen und dokumentieren
  • 301-Redirects von alten zu neuen URLs implementieren
  • Staging-Environment für finalen Abnahmetest
  • Go-Live der neuen Website
  • Monitoring und Error Tracking aktivieren
  • Schulung der Content-Redakteure im neuen CMS
  • Dokumentation für Entwickler und Content-Team
  • Backup-Strategie für altes WordPress (für Fallback)

Phase 7: Post-Launch Optimierung (fortlaufend)

Aufgaben:

  • Performance-Monitoring und Optimierungen
  • Analyse von User-Feedback und Verhalten
  • SEO-Performance tracken und optimieren
  • A/B-Tests für Conversion-Optimierung
  • Kontinuierliche Content-Produktion im neuen Workflow

Kosten und Zeitaufwand

Realistische Budgets für eine Migration hängen stark vom Projektumfang ab:

  • Kleine Website (bis 50 Seiten): 15.000 - 30.000 €, 3-4 Monate
  • Mittelgroße Website (50-200 Seiten): 30.000 - 80.000 €, 4-6 Monate
  • Große Website/Portal (200+ Seiten): 80.000 - 200.000+ €, 6-12 Monate

Die Investition zahlt sich durch niedrigere Betriebskosten, bessere Performance und höhere Conversion-Raten typischerweise innerhalb von 1-2 Jahren aus.

Wann lohnt sich der Wechsel?

Nicht jedes Projekt profitiert von Headless CMS und JAMstack. Hier unsere Entscheidungshilfe:

JAMstack + Headless CMS ist ideal, wenn:

  • Performance und Ladezeiten geschäftskritisch sind (E-Commerce, News-Portale)
  • Inhalte auf mehreren Kanälen ausgespielt werden sollen (Web, Apps, IoT)
  • Hoher Traffic erwartet wird und Skalierung wichtig ist
  • Ein modernes, interaktives Frontend gewünscht ist
  • Das Entwicklerteam mit modernen JavaScript-Frameworks arbeitet
  • Sicherheit oberste Priorität hat (Finanzsektor, Healthcare)
  • Die Content-Struktur komplex ist und APIs benötigt werden
  • Internationalisierung und Lokalisierung wichtig sind

Bei WordPress bleiben ist sinnvoll, wenn:

  • Das Budget sehr limitiert ist und keine Entwicklerressourcen verfügbar sind
  • Content-Redakteure mit WordPress vertraut sind und keine Schulung möglich ist
  • Die Website sehr einfach strukturiert ist (klassische Unternehmenswebsite)
  • Viele WordPress-spezifische Plugins essentiell und nicht ersetzbar sind
  • Kein technisches Team für Wartung und Updates vorhanden ist
  • Die bestehende Website alle Anforderungen erfüllt

Hybrid-Ansatz als Alternative

Eine dritte Option ist der schrittweise Übergang: Nutzen Sie WordPress weiterhin als Backend, aber verwenden Sie die REST API, um Inhalte in ein modernes Frontend zu laden. Tools wie WPGraphQL ermöglichen es, WordPress als Headless CMS zu nutzen, ohne sofort komplett migrieren zu müssen.

Zukunftsausblick: Trends 2026 und darüber hinaus

1. AI-gestützte Content-Erstellung

Headless CMS integrieren zunehmend KI-Tools für Content-Generierung, Übersetzungen und SEO-Optimierung. Strapi und Contentful bieten bereits Plugins für GPT-Integration.

2. Edge Computing und Edge Rendering

Mit Plattformen wie Vercel Edge Functions und Cloudflare Workers rückt die Ausführung näher an den Nutzer. Edge Rendering kombiniert die Vorteile von SSG und SSR.

3. Composable Architecture

Der Trend geht zu "Composable Commerce" und "Composable DXP" – modular zusammengestellte Best-of-Breed-Lösungen statt monolithischer Systeme. Headless CMS ist ein zentraler Baustein dieser Architektur.

4. Visual Editing Experiences

Tools wie Storyblok, Builder.io und Plasmic schließen die Lücke zwischen Headless-Flexibilität und visueller Bearbeitung. Page-Builder für JAMstack werden zum Standard.

5. Nachhaltigkeit und Green Hosting

JAMstack-Websites verbrauchen signifikant weniger Energie als traditionelle CMS. Nachhaltigkeits-Zertifikate und CO₂-Tracking werden wichtiger für Unternehmenswebsites.

Fazit: Die Zukunft ist headless

Headless CMS in Kombination mit JAMstack-Architektur stellt die modernste und zukunftssicherste Lösung für Unternehmenswebsites dar. Die Vorteile in Performance, Sicherheit, Skalierbarkeit und Entwicklerproduktivität sind unbestreitbar.

Während die initiale Migration eine Investition erfordert, zahlt sich diese durch niedrigere Betriebskosten, bessere Conversion-Raten und zukunftssichere Technologie schnell aus. Besonders Unternehmen, die auf mehreren Kanälen präsent sein wollen oder hohe Performance-Anforderungen haben, profitieren enorm.

2026 ist das ideale Jahr für den Wechsel: Die Technologie ist ausgereift, das Ökosystem ist umfangreich, und die verfügbaren Tools machen die Migration einfacher denn je. Warten Sie nicht, bis Ihre Konkurrenz Sie überholt – investieren Sie jetzt in die Zukunft Ihrer digitalen Präsenz.

Nächste Schritte

Interessiert an einer Migration zu Headless CMS und JAMstack? Wir bei WAO begleiten Sie von der ersten Analyse bis zum erfolgreichen Launch und darüber hinaus. Mit über 10 Jahren Erfahrung in moderner Webentwicklung und Dutzenden erfolgreichen Migrations-Projekten sind wir Ihr idealer Partner.

Unsere Services:

  • Kostenlose Erstberatung und CMS-Evaluierung
  • Technische Machbarkeitsanalyse Ihrer bestehenden Website
  • Vollständige Migration von WordPress zu Headless
  • Custom Frontend-Entwicklung mit React, Next.js oder Remix
  • Strapi-Installation, -Konfiguration und -Hosting
  • Content-Migration und SEO-Optimierung
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